Türkei
2006

Fethiye - Fethiye
24.6. - 9.7.2006

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Am Samstag, den 24.6.2006 hat mich Petra um 10.15 Uhr abgeholt und auch Walter ist trotz einer Totalsperre der S 1 rechtzeitig von Graz kommend, mittels Handylotsung, um 11 Uhr in Simmering eingetroffen. Wir haben das Gepäck in Petras Auto umgeladen und sie hat uns in Schwechat abgeliefert. Nach dem raschen Einchecken haben wir gemeinsam noch etwas getrunken und dabei konnten sich Petra und Walter ein wenig kennen lernen. Petra hat uns mit den besten Wünschen für eine schöne Woche verlassen, wir werden sie kommenden Samstag in Göcek an Bord nehmen. Im Duty-Free wurden noch Rauchwaren erstanden und um 13.40 Uhr hoben wir mit einer Boeing 737-800 der Lauda-Air ab. Der Flug verlief ereignislos, bis auf den Umstand, dass Walter den Piloten kannte und so die butterweiche Landung in Dalaman um 16.50 Uhr bei 34 Grad vom Cockpit aus erleben und genießen durfte.
Der Taxifahrer hatte es besonders eilig und hat uns in Rekordzeit in die ECE Marina Fethiye gebracht.
Nach dem häuslichen Einrichten auf der "SY Gabriela, einer GibSea 126 - ich erlaubte mir den Luxus einer begehbaren Garderobe in der backbord Vorschiff-Kabine - waren wir einkaufen und anschließend im Biergarten noch ein kaltes Efes trinken. Um 23 Uhr war Ruhe am Schiff.

Am Sonntag war um 8.30 Uhr Tagwache. Nach dem Frühstück hat Walter noch ein paar Erledigungen gemacht und ich habe Wasser in die Tanks gefüllt. Um 11.15 Uhr haben wir abgelegt und fuhren mit Motorkraft unter wolkenlosem, tiefblauem Himmel Richtung Kas. Unterwegs haben wir unser Tagesziel kurzerhand geändert und sind um 15 Uhr in der Gemiler-Bucht vor Anker gegangen. Das Ankermanöver hat gut geklappt, dennoch war ich kurz am Zweifeln, ob es wirklich eine gute Idee war, eine Woche zu zweit zu segeln, da ich beim Ankern und Anlegen noch nicht wirklich so sattelfest bin und Walter mir nicht immer hilfreich zur Seite stehen kann. Im Laufe der nächsten beiden Wochen wurden wir allerdings ein eingespieltes Team. Das erfrischende Bad im ca. 26 Grad warmen Meer hat meine Bedenken aber bald vertrieben. Der restliche Nachmittag verging mit Planschen und am Abend hab ich uns Wursthörnchen gekocht. Wir mussten aber mit einigen Efes die Schärfe bekämpfen, da mir beim Würzen der Pfefferstreuer aufging. Zum Dessert gab es Melone und gegen 23 Uhr war Bettruhe.

Am Montag haben wir um 10 Uhr die Bucht verlassen und sind bei absoluter Windstille unter Motor nach Kekova gefahren. Phasenweise war die Dünung recht heftig und mir ein bissl schlecht, so dass sich Walter und der Autopilot die Arbeit teilen mussten. Um 20 Uhr haben wir im Dorf Ücagiz Köyü Demre bei Hassan am Steg längsseits angelegt und Walter ist ein Hoppala passiert, als er Hassan sehr freundlich mit "Servus Ibrahim" begrüßt hat. Ibrahim ist der Nachbar-Wirt, der ebenfalls einen Steg hat. Hassan hat es nicht übel genommen und uns mit Lammspießen gut bekocht. Somit wurde er seinem Schild "Bester Koch vom Mittelmeer" durchaus gerecht. Gegen Mitternacht sind wir in unseren Kojen verschwunden.

Der Dienstag begann um 8.30 Uhr. Ich war ein bissl spazieren, filmen und fotografieren und habe dabei mindestens einen dreiviertel Liter Wasser verschwitzt. Aber das angrenzende Dorf Kale Koy (Simena) ist ein Muss für jeden Besucher dieser Region. Lykische Felsgräber und Rankensarkophage sind dort - relativ gut erhalten - zu bewundern. Nachdem ich meinen Speicher mit einem kalten Efes wieder aufgefüllt hatte, wollte ich noch eine Fahrt mit einem Glasbodenboot unternehmen, um € 40,-- war es mir aber zu teuer. Nach dem Ablegen um 10.30 Uhr haben wir eine Ehrenrunde gedreht und so konnte ich die Reste der Festung von allen Seiten ausgiebig filmen und fotografieren. Um 12 Uhr haben wir in einer Bucht geankert. Das Ankermanöver hat schwer an meinen Nerven gerüttelt. Wir mussten es später wiederholen, weil der Anker nicht gehalten hat - da war ich dann nicht mehr so gestresst. Der restliche Tag verging mit Faul sein, Baden und Nix tun. Da weit und breit keine Lichtquelle war, konnten wir am Abend wunderbar Sternderl schauen. Ein paar Irre auf einer Gulet am anderen Ende der großen Bucht haben in der Nacht Signalraketen verschossen. Da am Funk aber kein Notruf zu hören war, muss es sich um einen schlechten Scherz gehandelt haben.

Den Mittwoch verbrachten wir auch in dieser Bucht, weil sie so nett war, sowieso kein Wind wehte, das Wasser angenehm warm war, unsere Landleinen und der Anker gut gehalten haben und ….. überhaupt das DER Flecken war, um richtiges Urlaubsgefühl zu verspüren.

Am Donnerstag hieß es um 10.15 Uhr "Anker auf". Wir fuhren mit Motorkraft, da der Wind uns auch heute im Stich ließ. Ich konnte Delfine sichten, leider waren sie zu weit weg, um zu fotografieren. Um 19.30 Uhr haben wir in der Gemiler-Bucht den Buganker und Landleinen ausgebracht. Eine Stunde später wurden wir von einem Motorboot abgeholt, das uns in halsbrecherischer Fahrt ans Ufer zum dortigen Lokal brachte. Der Bursche fuhr mit Vollgas auf den Steg und das Ufer zu, so dass wir uns ziemlich geängstigt haben. Etwa 5 Meter vom Steg entfern hat er den Motor abgedreht und wir landeten punktgenau am Steg und konnten mit schlotternden Knien aussteigen. Wir waren die einzigen Gäste und konnten ein relativ teures Abendessen mit Familienanschluss und Petroleumlampen-Beleuchtung genießen. Der servierte Weißwein war ausgezeichnet und hat durchaus unseren Gaumen verwöhnt, so dass der Bursche im Motorboot ein Einsehen hatte, als er uns um Mitternacht sehr sachte zu unserer "Gabriela" zurückbrachte.

Der Freitag begann um 9 Uhr und eine halbe Stunde später haben wir die Bucht Richtung Göcek verlassen. In der Sarsala-Bucht wollten wir ankern, doch dann geschah ein Missgeschick - wir bekamen die Landleine in die Schraube. Nach einigen mühsamen und vergeblichen Versuchen, die Schraube freizubekommen, haben wir unter dem Schiff eine Halteleine angebracht. Dann wurde der Enterhaken mit einem ca. 20 cm, beidseitig geschliffenem Messer versehen und so konnte Walter in mühevoller Kleinarbeit die Leine durchsägen. Ich hatte währenddessen ein mehr als mulmiges Gefühl, weil wir mittlerweile immer mehr Wind bekamen und ich Angst hatte, dass der Wind das Schiff Richtung Felsen dreht. Schlussendlich ist alles gut gegangen und nach über 2,5 Stunden lagen wir ruhig und sicher an einem anderen Platzerl der Bucht vor Anker. Ein bissl Baden war auch noch möglich und nach dem täglichen Sternderl schauen bin ich ziemlich erschöpft in mein Bett gefallen.

Am Samstagmorgen war gegen 8.30 Uhr Tagwache. Auch heute brannte die Sonne heiß und unbarmherzig auf uns herab. Für mich gab es nur die Alternative Wasser oder Schatten und in genau dieser Reihefolge habe ich den Tag verbracht. Im Laufe des Nachmittages kam immer mehr Wind auf und plötzlich hielt der Anker nicht mehr. Wir legten Hals über Kopf ab und segelten nach Göcek. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich mit drei anderen Schiffen, darunter ein Katamaran, gematcht. Walter hat mich zwar ein bissl im Stich gelassen, weil er nicht ständig "Schnürln" ziehen wollte und meinte, wir seien kein Regattaschiff. Das tat der Sache aber keinen Abbruch, denn ich bin als Siegerin dieses kleinen Rennens hervorgegangen. Gegen 16 Uhr haben wir in der Stadtmarina Göcek angelegt. Wir beide waren mehr als erstaunt, was aus Göcek geworden ist. Der Ort präsentierte sich völlig verändert und wirkt durch den erfolgten Umbau ein wenig steril. Kurz kam Ärger auf, als man uns für drei konsumierte Efes vier verrechnen wollte. Die vergammelten und alten Duschen konnten mich nicht abhalten, eine regelrechte Duschorgie zu veranstalten und das Salz der letzten Tage restlos zu entfernen. Gegen 21 Uhr sind wir essen gegangen und kurz danach fiel in ganz Göcek der Strom aus. Unser Lokal hatte ein Notstromaggregat und so war der Koch nicht gehindert, uns das Bestellte zu kochen. Nach dem Essen tasteten wir uns im Finstern zurück aufs Schiff und warteten auf Petra.

Gegen Mitternacht hat sie sich vom Flughafen Dalaman per Handy gemeldet und wir haben ihr gesagt, wo sie uns finden wird. Ich habe mich im Stockdunkeln bei der Zufahrt auf einen Betonsockel gesetzt und auf sie gewartet. Plötzlich sah ich eine Gestalt mit einer Tasche näher kommen. Ein Erkennen war aufgrund der absoluten Dunkelheit unmöglich und so fragte ich zaghaft "Petra???" Die Antwort kam prompt und lautete "JA!?!?!?" Nachdem sie ihre Kabine bezogen hatte, wurden wir mit Neuigkeiten aus der Heimat versorgt und nachdem das letzte Efes vernichtet war kehrte um 4 Uhr Ruhe ein.

Am Sonntag war gegen 9.30 Uhr langsames Erwachen und Munterwerden angesagt. Anschließend waren wir einkaufen und ein Reparatur-Bier trinken. Um 12.40 Uhr haben wir abgelegt. Der Wind war heute recht ansprechend, bloß kam er genau aus der Richtung, in die wir wollten und so fuhren wir unter Motor. Das Meer zeigte sich von seiner bösen Seite und hat uns kräftig durchgeschüttelt. Petra und mir ist dieser Tag nicht gut bekommen und so hat Walter kurzerhand das Tagesziel geändert und um 17.30 Uhr haben wir in der Hasen-Bucht (=Baba Adasi) geankert und eine Landleine gelegt. Das Wasser war eher kühl, tat uns aber gut und wir fühlten uns bald wieder fit. Petra hat uns am Abend mit einem Hühner-Geschnetzelten mit Zucchini und Nudeln verwöhnt. Nach dem abendlichen Sternderl schauen stand einer entspannten Nachtruhe nichts mehr im Wege.

Frisch und munter haben wir am Montag um 9.30 Uhr den Anker gelichtet und fuhren weiter Richtung Marmaris. Ein Stück des Weges konnte der Motor entlastet werden, indem wir uns von der Genua ziehen ließen. Wir passierten ein militärisches Sperrgebiet, wo wir von einem Hubschrauber sehr genau in Augenschein genommen wurden. Nachdem sich die Besatzung davon überzeugt hatte, dass von uns keine Gefahr droht, haben sie abgedreht. Um 13.30 Uhr haben wir in Kumlu Bükü einen Badestop eingelegt und Petra hat sich, nur um am Abend in Marmaris shoppen gehen zu können, todesmutig ins Wasser gestürzt. Allerdings wären wir fast nicht bis Marmaris gekommen, denn beim Ablegen hat der Gashebel geklemmt. Der Rückwärtsgang war eingelegt und wir fuhren recht rasch auf die Felsen zu. Walter hat den Gashebel zerlegt und das Problem behoben, wofür er von uns mit Applaus bedacht wurde. Nach etwas salziger Weiterfahrt haben wir in der Netsel-Marina in Marmaris angelegt. Walter konnte nicht umhin, uns beiden ein großes Lob für das gelungene Manöver auszusprechen und ich bekam das Grinsen lange nicht aus meinem Gesicht. Das Abendessen war recht gut, allerdings von schrecklich lauter Bumm-Bumm-Musik des Nachbarlokales empfindlich gestört. Walter hat uns fluchtartig verlassen und wir zwei Mädels haben einen kleinen Bummel durch Marmaris unternommen. Wir gönnten uns einen Cocktail und waren gegen Mitternacht zurück an Bord. Der enorme Lärmpegel ließ aber erst recht spät ein Einschlafen zu.

Raoul, der mir in dieser Nacht im Traum erschienen ist, geht mir bis heute nicht aus dem Kopf.

Am Dienstag sind wir um 11.15 Uhr ausgelaufen. Wir waren noch tanken und kurz darauf begann der Motor zu stottern und eine Minute später stand er still. "Nicht schon wieder" war mein erster Gedanke. Wie im Vorjahr haben Bakterien im Tank und/oder verunreinigter Diesel zum Stillstand geführt. Walter hat das Problem recht rasch behoben und wir konnten ohne weiteren Ausfall der Maschine weiterfahren. Kurz danach mussten wir ein "Fender-über-Bord"-Manöver fahren, weil der Tankwart einen Fender offenbar mehr als schlampig umgehängt hatte und wir das nicht kontrolliert hatten. Gegen 16 Uhr wollten wir einen Badestopp einlegen. Dieser hat sich auch ein wenig verzögert, weil eine Bö eine Luft-Sitz-Matratze ins Meer geweht hat. Auch dieses Bergemanöver verlief erfolgreich. Um 18.40 Uhr haben wir in der Ekincic-Bucht geankert und Landleinen am neuen Steg angebracht. Die Vorfreude auf ein Pfeffersteak fand ein jähes Ende, als wir feststellen mussten, dass das Lokal geschlossen ist. Es wurde überhaupt alles umgebaut und dürfte so etwas wie eine kleine Marina entstehen, zumindest deuten die neuen Bauten darauf hin. Somit ist es mir wieder nicht gelungen, mit dem Aufzug zu fahren. Ich glaube, ich werde dies auch nie erleben, weil jedes Mal die Umstände dagegen sprechen. Petra war freiwillig zweimal im bacherlwarmen Wasser (über den Ausdruck bacherlwarm haben wir lange diskutiert, denn eigentlich ist es ein Widerspruch in sich, weil Bacherl bei uns eigentlich nie wirklich warm sind) und am Abend hat sie uns mit Specklinsen bekocht. Walter hat die bodenständige österreichische Küche verweigert und sich Ham and Eggs gemacht. Als Abschluss des Tages haben Petra und ich einem jungen Burschen noch das Leben gerettet. Er war von einem Schiff aus schwimmen gegangen und konnte aus eigener Kraft nicht mehr auf den Steg klettern.

Gegen 9 Uhr am Mittwochmorgen waren alle munter. Der Vormittag wurde von uns irgendwie vertrödelt und um 12 Uhr haben wir abgelegt. Das Meer war ziemlich aufgewühlt und wir hatten einen wilden Ritt über die Wellen. Delfine haben uns ein Stück des Weges begleitet und kamen immer wieder ganz nah an unser Schiff heran. Um 14.45 Uhr haben wir in Asi Koyu an einer Muringboje festgemacht und eine Landleine ausgebracht. Das Wasser in dieser Bucht war wieder recht warm und stand einem relaxten Badetag nichts mehr im Wege. Petra und ich sind an Land geschwommen, aber ohne Geld bekamen wir kein Bier und so mussten wir unverrichteter Dinge Zurückschwimmen und den eigenen Kühlschrank plündern. Während des gesamten Nachmittages habe ich durch meine "Bikini-Figur" ein Crewmitglied des amerikanischen Nachbarschiffes gehörig durcheinander gebracht. Am Nachmittag hat es sich ein wenig zugezogen und sogar ca. 30 Minuten geregnet. Am Abend wurden wir mit einem Boot an Land gebracht, konnten aber das Abendessen wegen der vielen Wespen zuerst und den vielen Gelsen etwas später nicht wirklich genießen. In dieser Nacht war kein Sternderl schauen möglich, weil dicke Wolken am Himmel hingen.

Am Donnerstag haben wir um 9 Uhr die Bucht verlassen. Das Meer präsentierte sich recht ruhig und auch die Wolken haben sich verzogen. Ein Stück des Weges konnten wir richtig schön segeln. Es standen wieder 2 Bergemanöver auf dem Programm und wir konnten 2 Wassernudeln fischen, die im offenen Meer trieben. Damit hatten wir in der nördlichen Quellenbucht, wo wir um 14 Uhr geankert haben, viel Spaß. Um 18.30 Uhr haben wir abgelegt und eine Stunde später am Steg eines Lokales in der Sarsala-Bucht mit Muring und Heckleine angelegt. Petra ist ein tolles Anlegemanöver gefahren. Weil es ihr erstes Anlegemanöver überhaupt war und sie von Walter so gelobt wurde, hatte diesen Abend sie das Dauergrinsen im Gesicht. Das Essen war recht gut und meine Bedenken, dass der grob zusammengezimmerte Steg bis zum Morgen zusammenbrechen würde, haben sich nicht bestätigt.

Ein kleines Frühstück am Freitagmorgen im Lokal in Form von Kaffee/Tee, Brot und Butter hat unsere Lebensgeister geweckt und um 9.50 Uhr haben wir abgelegt. Wir sind wieder in die "Bucht des warmen Wassers" gefahren und haben den letzten Tag ausgiebig mit Baden, Planschen, Nix tun und Eis essen verbracht. Um 16 Uhr bin ich beim Einholen der Landleinen von Tausenden Gelsen angefallen und wild gestochen worden. Auf der Fahrt nach Fethiye sichteten wir einen orangen Ball, brachen das Bergemanöver jedoch ab, da Walter erklärte, er brauche keinen Ball am Schiff. Um 18 Uhr sind wir in der ECE Marina in Fethiye angekommen und hat uns dort ein anderes Schiff gerammt und dabei die Buglichter beschädigt. Nach einer Duschorgie sind wir essen gewesen und anschließend sind Petra und ich durch das fast touristenleere Fethiye gebummelt. Unsere Einkäufe hielten sich in Grenzen und zum Abschluss gab es endlich einen Strawberry Daiquiri, von dem ich seit einer Woche phantasiert habe. Um 1.30 Uhr sind wir in unseren Kojen gelegen und haben vor uns hingeschwitzt.

Am Samstag waren kurz nach 8 Uhr alle munter und los ging die Plackerei. Zuerst wurden Taschen gepackt, Walter musste seine Buglichter selbst organisieren, da die Marina keine vorrätig hatte und das gekaufte Frühstück wurde selbst von den Fischen wieder ausgespuckt. Wir konnten unser Gepäck auf einem anderen Schiff deponieren, weil Walter noch eine weitere Woche vor sich hatte. Nachdem die "Gabriela" innen und außen für die nächsten Gäste fein geputzt war, haben wir uns ein verdientes Efes gegönnt und anschließend sind Petra und ich erschöpft auf die Liegen des Pools gesunken. Das Vergnügen kostete uns € 7,50/Person, aber es war uns das allemal wert. Das Wasser im Pool war nass, Abkühlung konnte es bei einer geschätzten Temperatur von 30 Grad oder mehr aber nicht bieten. Die Lufttemperatur wurde von uns auf ca. 38 Grad geschätzt. Gegen 17 Uhr haben wir vor der Hitze die Flucht ergriffen und wurden von den neuen Gästen auf der "Gabriela" nett begrüßt und kulinarisch verwöhnt. Nach einer herzlichen Verabschiedung haben wir Walter, die "Gabriela" und Fethiye um 20 Uhr verlassen und sind mit einem Taxi nach Dalaman gefahren.

Da ich am Mittwoch die Mitteilung aufs Handy bekam, dass unser Flug vorverlegt worden war, fanden wir uns um 21 Uhr am Flughafen ein. Das Einchecken war mehr als mühsam, weil bei den ca. 8 Personen vor uns jedes Mal hektisch telefoniert werden musste, heftige Debatten folgten und die Ausstellung der Bordkarten unendlich lang gedauert hat. Zusätzlich kamen ein paar Leute, um zu reklamieren und sich zu beschweren und wir hatten unsere Bedenken, mit diesem Flug noch nach Wien zu kommen. Abgesehen davon sollte der Rückflug via Antalya erfolgen, was uns auch nicht gerade glücklich gestimmt hat. Ein schneller Einkauf im Duty-Free und ein noch schnelleres Raucherl gingen sich dann doch noch aus und um 22.50 Uhr hoben wir mit einem Airbus A340-300 der AUA ab.
Nach 25 Minuten sind wir in Antalya gelandet und haben uns die Flugbegleiter mitgeteilt, alle Passagiere - auch jene, die nach Wien wollen - müssen die Maschine verlassen. Da uns niemand sagen konnte, wohin wir uns wenden sollen, habe ich eine türkische Flughafenangestellte danach gefragt. Wären wir nämlich weitergegangen, hätten wir uns vor der Pass- und Zollkontrolle wieder gefunden. Wir wurden daraufhin wie eine Herde Vieh zusammengetrieben, in einer äußerst zugigen Ecke unter Klimaanlagen streng bewacht. Wir konnten weder sitzen, noch gab es ein WC und der Zutritt in die Maschine wurde uns auch verweigert. Dass sich die Raucher von dem Aufenthalt auch etwas mehr erhofft hatten, erwähne ich nur am Rande.
Nach ca. 30 Minuten konnten wir wieder in die Maschine und recht bald ertönte "Boarding complete". Wir freuten uns endlich auf den Heimflug, doch es sollte anders kommen. Es geschah nämlich …. NICHTS. Nach einiger Zeit meldete sich der Pilot und meinte, es sei ihm sehr unangenehm, aber wir können noch nicht starten, weil ca. 120 Essen fehlen und diese würden in der nächsten halben Stunde nachgeliefert. Kurz darauf wurden Container gebracht und um 1 Uhr konnten wir endlich starten. Das Essen, auf das wir so lange warten mussten, entpuppte sich als trockene Spaghetti mit noch trockeneren Fleischstücken - ohne Salat, ohne Wasser - nicht zu essen, weil das einfach am Gaumen kleben blieb. Wir warteten also auf die Getränke und da wir mit dem Essen noch nicht fertig waren, als das Bordpersonal abservieren wollte, wurden uns kurzerhand die Tabletts während des Essens energisch weggezogen. Es wäre besser gewesen, rechtzeitig zu starten und den Passagieren "nur" frische Semmeln mit Butter zu kredenzen. Der ganze Flug war eine Zumutung und sind wir eigentlich nur deshalb früher weggeflogen, um in Wien später anzukommen.
Um 02.20 Uhr sind wir in Wien bei 24 Grad gelandet und wider Erwarten war auch unser Gepäck mitgekommen.
Besonderer Dank an dieser Stelle an Heinz, der uns zu dieser unchristlichen Zeit erwartet und heimgebracht hat.

Ein diesbezüglicher Beschwerdebrief wurde an die AUA geschickt - Die Airline hat sogar geantwortet. Es tut ihnen alles so leid, sie werden sich bemühen, ihren Service zu optimieren - und haben uns je einen Gutschein über € 35,-- zukommen lassen. Wenigstens ein kleiner Trost für den miesen Flug.

Schade, dass ein an sich wunderschöner Urlaub ein derart schlechtes Ende erfahren musste.
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